GEW im Senat?

Was machen die GEW-Vertreter*innen

Der Senat ist das zentrale Gremium der akademischen Selbstverwaltung und ihm gehören Vertreter*innen aller Statusgruppen – wenn auch in unterschiedlicher Zahl – an. Stimmberechtigt im Senat sind neun Vertreter*innen der Professorinnen und Professoren, drei Studierende, drei wissenschaftliche Mitglieder und zwei administrativ-technische Mitglieder. Daneben gehören dem Senat noch verschiedene beratende Mitglieder, wie das Präsidium, die Frauenbeauftragte oder die Vertreter*innen des AStA, an. Die wichtigsten Zuständigkeiten sind im Hessischen Hochschulgesetz geregelt. Dazu gehören die Wahl der Präsidiumsmitglieder sowie die Beschlussfassung über die Grundordnung und andere Satzungen, die Forschung, Lehre und Studium betreffen. Der Senat nimmt Stellung zum Budgetplan, zur internen Gliederung und entscheidet über die Schwerpunkte der Hochschule in Forschung und Lehre mit. Bei vielen dieser Aufgaben hat der Senat gemäß des Hessischen Hochschulgesetzes nur das Recht zur Stellungnahme oder zur Mitwirkung – wichtig ist daher auch, wie an der jeweiligen Hochschule die genaue Mitwirkung des Senats ausgestaltet und gelebt wird. An der Philipps-Universität ist die Arbeit des Senats durch die Grundordnung näher geregelt. Diese sieht z.B. die Einrichtung eines Ältestenrates vor, der es den unterschiedlichen Statusgruppen ermöglicht, leichter Themen auf die Agenda des Senats zu setzen.

Der Senat ist für alle Statusgruppen ein zentrales Gremium, da hier die Mitwirkung an den zentralen organisatorischen, strukturellen und strategischen Entwicklungen der Hochschule ermöglicht wird. Für die wissenschaftlichen Mitglieder im Senat tritt die gemeinsame gewerkschaftliche Liste von GEW und ver.di zu den Senatswahlen an und nimmt regelmäßig mehrere Sitze in Senat & Kommissionen wahr. In der Senatsliste engagieren sich befristet und unbefristet Beschäftigte, bei regelmäßigen Listentreffen werden die aktuellen Themen der Senatsarbeit diskutiert und vorbereitet. Informationen zur Arbeit der Senatsliste sind zu finden unter 

www.uni-marburg.de/personal-listen/gew-verdi  

Trotz der Einschränkung in den Befugnissen des Senats und der Mehrheitsverhältnisse können wichtige Anstöße gegeben werden und Verbesserungen für die Situation von Studierenden und Beschäftigten erzielt werden. Wichtige Beispiele aus der Arbeit der letzten Jahre sind der Leitfaden für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte, der Ende 2014 im Senat verabschiedet wurde oder die Befristungsleitlinie von 2016, die trotz einiger kritischer Punkte echte Verbesserungen für die Beschäftigten der Philipps-Universität bedeutet. Gerade das erste Beispiel verdeutlicht aber auch, dass die Gremienarbeit im Senat allein selten ausreicht, um positive Veränderungen in der Hochschule zu bewirken. Der Leitfaden wurde erst durch die lange und intensive Arbeit sowie den öffentlichen Druck der Marburger Hilfskraftinitiative ermöglicht. Gewerkschaftliche Interessenvertretung an der Hochschule ist dementsprechend deutlich mehr als reine Gremienarbeit und funktioniert am besten in solidarischer Zusammenarbeit der unterschiedlichen Statusgruppen.

Neben den bekannten Arbeitsfeldern, die auch in einer breiteren universitären Öffentlichkeit diskutiert werden, findet ein großer Teil der Arbeit des Senats und seiner verschiedenen Kommissionen und Ausschüsse eher im Verborgenen statt. Aber gerade hier investieren die Vertreter*innen der Statusgruppen einen erheblichen und auch sehr wichtigen Teil ihrer Arbeit. So werden beispielsweise alle Änderungen an Studien- und Prüfungsordnungen und den vielen anderen Satzungen und Ordnungen in diesen Gremien behandelt. Dabei steckt der Teufel sprichwörtlich im Detail und durch kluge Änderungsanträge konnten hier schon so einige Verbesserungen für das Studium, die Förderung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierung und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten erzielt werden.

Die Senatsliste in Marburg trifft sich jeden Dienstag vor der Senatssitzung an unterschiedlichen Orten. Interessierte und Sympathisanten sind uns stets sehr willkommen! Ort und Zeit könnt ihr nachfragen bei

 stefan.schulte@uni-marburg.de