IFO-Tagung an Universität Gießen | Posterpreis

Kritik an Umsetzung der Inklusion in Hessen

Preis für wissenschaftlichen Nachwuchs

Ende Februar 2018 hat an der Justus-Liebig-Universität die 32. Internationale Jahrestagung der Inklusionsforscher_innen stattgefunden. Vom 21. bis zum 24. Februar beteiligten sich mehrere hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland sowie anderen Ländern an zahlreichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen. In diesem Rahmen wurde auch die Umsetzung der schulischen Inklusion in Hessen diskutiert, was zum Anlass für eine Resolution mit dem Titel „Die Hessische Landesregierung fährt Inklusion an die Wand“ genommen wurde.

Die Resolution konstatiert, dass „inklusive Bildung als menschenrechtsbasierter Anspruch im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention“ in Hessen aus mehreren Gründen konterkariert wird. So mangele es an einer klaren Konzeption und Steuerung. Es fehle zudem ein stringentes Konzept für die entsprechende Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Auch dass Förderschullehrkräfte in Hessen nicht fest an der Regelschule verortet sind, führe zu „Reibungsverlusten in zeitlicher, inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht“. Die Resolution wird von mehreren Verbänden unterstützt: Gemeinsam leben Hessen e.V., Grundschulverband Landesgruppe Hessen, Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen gemeinsamen Lernens e.V., Politik gegen Aussonderung. Koalition für Integration und Inklusion e.V. sowie der GEW Hessen. Die GEW sieht sich durch diese Resolution in ihrer Kritik an der Umsetzung der Inklusion durch die hessische Landesregierung bestätigt.

Ein Bestandteil der Tagung war auch eine Postersession, in deren Rahmen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre wissenschaftliche Arbeit vorstellen konnten. Der von Melanie Knaup (Justus-Liebig-Universität Gießen) eingereichte Beitrag gewann den vom GEW Regionalverband Hochschule und Forschung Mittelhessen gestifteten Posterpreis, der während der Abschlussveranstaltung verliehen wurde. Sie stellte mit ihrem Poster das Projekt „FIN3 – Fit in Inklusion“ vor, durch welches in drei Schritten den Lehramtsstudierenden konzeptionelle Grundlagen der schulischen Inklusion vermittelt werden sollen. Dabei werden auch fachspezifische Aneignungsprozesse mit inklusivem Unterricht in den Blick genommen. Der GEW Regionalverband gratuliert Melanie Knaup zu dem gewonnenen Preis und möchte mit der Stiftung des Preises die Arbeit aller wissenschaftlichen Beschäftigten des Mittelbaus symbolisch würdigen.

Beitrag (3 MB) von Melanie Knaup, Justus-Liebig-Universität Gießen